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    Joanneum Racing: jr11!

    Joanneum Racing: jr11!

    Über das Bauen eines Rennwagens. Dem Rollout des neuen Boliden jr11. Die Formula Student. Technik. Und vor allem die Leistung hinter dem Bau eines derartigen Boliden.

    Vor dem Start der Formula Student Rennserie haben wir mit dem technischen Leiter Arnold Metnitzer über das Joanneum Racing Team gesprochen.

    joanneum racing graz- ein starkes Team

    mygraz: Das FH-Joanneum Racing Team gibt es nun schon seit 2003. Jährlich wird von einem wechselnden Team aus motivierten Studierenden ein neuer "jr"-Rennwagen konstruiert und gebaut. Das große Ziel ist jedes Jahr die Teilnahme am internationalen Konstruktionswettbewerb "Formula Student". Aus der technischen und der Design-Sicht betrachtet - wie haben sich die Rennwagen des joanneum racing graz - Teams in den wenigen Jahren seit 2003 verändert?
    joanneum racing graz/Arnold Metnitzer:
    Unsere Rennwagen haben sich im Laufe der Zeit sehr stark verändert. Der erste Rennwagen war noch allradgetrieben und in Form einer Aluminium-Wabenstruktur aufgebaut, es war in dieser Rennserie ein richtiger Exot. Unser Team ist bekannt für die Innovation die wir betreiben, daher haben sich auch die Fahrzeuge sehr schnell entwickelt. Nach den Anfängen mit Wabenstrukturen und Stahlrohrrahmen ist der jr11-Boldide nun schon der dritte, der in Form einer Kohlefaser-Monocoque-Bauweise aufgebaut ist, eine sehr moderne und gewichtsparende Lösung, die auch in Formel 1-Boliden eingesetzt wird. Die Motoren, die von uns selbst abgestimmt und getuned werden, sind ebenfalls einzigartig in der Serie. Seit jeher fahren wir mit aufgeladenen Einzylinder-Motoren. 2011 das zweite Mal mit Turbo-Aufladung, wir sind eines der wirklich sehr wenigen Teams die diese Technologie überhaupt zum Laufen gebracht und erfolgreich im Renneinsatz gehabt haben. Vom Design her muss man sagen, dass unsere Industrial Designer in diesem Bereich von Jahr zu Jahr immer wieder tolle Arbeit leisten. Die Autos sind nicht nur schnell, sie sehen auch sehr gut aus. Die Formgebung und Designsprache ist letztendlich doch sehr wichtig, weil sie Emotionen bei den Menschen weckt.



    mygraz: Was wird das besondere am neuen jr11 Rennwagen werden?
    joanneum racing graz/Arnold Metnitzer: Wir haben dieses Jahr einen wirklich guten Mix aus bewährten Lösungen und attraktiven Innovationen geschafft. Der jr11 wird also gesamtheitlich eine überzeugende Leistung bieten. Wir sind zuversichtlich und schon gespannt auf die ersten Testfahrten.

     



    mygraz: Euer Team besteht nicht nur aus Fahrzeugtechnikern, sondern auch aus Begeisterten der Studiengänge "Elektronik & Technologiemanagement", "Journalismus & Public Relations", "Industrial Design",  "Informationsdesign", "Produktionstechnik & Organisation" und "Physiotherapie".
    Wie läuft eine derartige interdisziplinäre Zusammenarbeit ab?
    joanneum racing graz/Arnold Metnitzer: Ja, das sind alles Studiengänge mit denen wir zusammenarbeiten. Wir sind sehr stolz und dankbar so viele Kollegen und Teammitglieder zu haben, die uns hilfreich zur Seite stehen. Die Herausforderung bei einer solchen Zusammenarbeit ist vor allem eine gute Kommunikation und die Vermittlung eines gesunden team spirits. Wir haben für jeden "Partner-Studiengang" eigene Ansprechpartner und daher funktioniert das System recht gut.

     

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    Der Haubentaucher. Sittich of Design, Werbung und Kreativität, Speis und Trank, Fußball und natürlich Graz.

    Notizbuch

    Wolfgang Kühnelt


    Der Haubentaucher. Sittich of Design. Werbung und Kreativität, Speis und Trank, Fußball und natürlich Graz.

    Wolfgang Kühnelt ist "Der Haubentaucher." Weiters betreibt er mit Pretty Commercial ein Werbeunternehmen, schreibt für den Falter, ist Buchautor und Restaurantkritiker.

     

     

     

    mygraz: "Der Haubentaucher", weil...?
    Wolfgang Kühnelt: Die Geschichte begann mit dem Kulturmagazin Graz-derzeit, das ich 1998/99 leitete. Dann drehte uns der städtische Tourismus die Förderung ab und wir mussten das Heft aufgeben.

    Die erfolgreichste Geschichte der letzten beiden Jahre war eine Fake-Story über Haubentaucher und ihre Bedrohung gewesen. So viele seltsame Reaktionen hatten wir sonst nie.

     

     

    "Da es uns seit dem Jahr 2000 ohne Unterbrechung gibt, müssten wir eigentlich der älteste steirische Kulturblog sein."

    Dann kam der Gedanke: Wir würden trotzdem weiter gern über (Pop-)Kultur in Graz/Wien berichten, haben aber kein Geld mehr - also online gehen. Und irgendwann fiel dann der Name, der sich als recht einzigartig erwiesen hat. Haubentaucher gilt ja oft auch als Schimpfwort für Ahnungslose - und diese kleine Selbstironie mögen wir an dem Namen. Die Idee war dann, unsere Lieblingssachen zu hypen und damit auch der steirischen Kulturlandschaft zuweilen einen kleinen Support zu erweisen. Da es uns seit dem Jahr 2000 ohne Unterbrechung gibt, müssten wir eigentlich der älteste steirische Kulturblog sein. Mittlerweile findet man uns auch auf Facebook und Twitter.

     

     


     

    mygraz: Mit "Speis und Trank - im Gasthaus mit dem Haubentaucher" gibt es auch einen steirischen Beisl-Blog von Dir.
    - Wo lässt es sich in Graz besonders gut essen? - Was ist Dein Gastro Geheimtipp für Graz?

    Wolfgang Kühnelt: In Graz lässt es sich kaum wo besonders gut essen. Besser ein Auto nehmen und 20-30 Kilometer raus aufs Land fahren. Das ist auch die Kernthese meines Buches "Angerichtet", erschienen 2010 bei Leykam. "Ich persönlich mag den Greiner in der Grabenstraße, den Hofkeller - aber auch den Würstel Hannes in der Elisabethinergasse." Ansonsten hängt es von den Wünschen und dem Budget ab. Ich persönlich mag den Greiner in der Grabenstraße, den Hofkeller - aber auch den Würstel Hannes in der Elisabethinergasse. Geheimtipp ändert sich ständig- und das größte Problem der Grazer Gastronomie ist die fehlende Konstanz. Kaum empfehle ich was, verschlechtert es sich in Windeseile. Wird hoffentlich nicht an mir liegen. Jüngstes Beispiel: Siam Thai Imbiss. Von der Keplerstraße ein paar Straßen weiter übersiedelt. Preise fast verdoppelt. Qualität verschlechtert. Mahlzeit!


    mygraz: Beim Haubentaucher findet sich auch recht viel über Fußball. Sturm oder GAK?
    Wolfgang Kühnelt: GAK. Und Rayo Vallecano de Madrid.


    mygraz: Wo kann man in Graz am besten Fußball spielen?
    Wolfgang Kühnelt: Wenn man Kunstrasen mag: Landesturnhalle. Sonst schätze ich sehr den Körnerplatz bei der Schönaugasse, die Gruabn (trotz ihrer Vergangenheit) und den Platz in Gösting. Für reine Hobbykicks gibt es leider immer weniger freie Flächen, wo man ohne Miete spielen kann. Am ehesten rund um die Spielplätze (Theodor-Körner-Straße, Harmsdorfgasse) oder im Stadtpark bzw. im Augarten.


    Ortsbeginn: GRAZ. Sittich of Design

    Graz. Sittich of Design.


    mygraz: Mit Pretty Commercial betreibst Du auch ein Grazer Werbeunternehmen.
    Welcher Werbeslogan würde zu Graz passen?

    Wolfgang Kühnelt: Den bösesten Slogan hat Thomas Bernhard verfasst: "In Graz muss man nicht gewesen sein." Ich glaube aber, das stimmt heute nicht mehr. Gemeinsam mit der Agentur Taska hab ich eine neue Kampagne entwickelt, die heißt: "Graz. Sittich of Design."


    "wie kreativ ist Graz wirklich?"

    mygraz: Für die Zeitung Falter schreibst Du auch Artikel.
    Welches Thema kommt in Graz Deiner Meinung zu wenig zur Geltung?

    Wolfgang Kühnelt: Da gibt es vieles. Der schwindende öffentliche Raum. Jede Gstättn wird zugebaut. Der Niedergang der Architektur. Gerade größere Wohnbauten werden einfach oft seelenlos hingeklotzt. Diese Stadt hat außerhalb der Innenstadt keinen Stil mehr. Über Wirtschaft würde ich auch gern mehr lesen (z.b. wie kreativ ist Graz wirklich? wie geht es den vielen Kleinstunternehmen, die entstehen?). Über die Kärntnerstraße, die vielen Besucher einen ersten echt herben Eindruck vermittelt. Über die Situation der Kulturschaffenden und "Intellektuellen" (es gibt kaum mehr Buchverlage, es gibt kaum mehr Zeitungen und Zeitschriften, zuletzt sind Korso und Frontal verstorben, ...). Und vor allem über junge Leute, die in Graz bleiben und hier was bewegen wollen, statt einfach so wie früher regelmäßig nach Wien abzuwandern.


    mygraz: Warum Graz?
    Wolfgang Kühnelt: Meine Großeltern waren alle aus Graz, ich bin hier teilweise aufgewachsen. Es hat mir immer schon gefallen, auch wenn es früher oft langweilig war im Vergleich zu Wien oder deutschen Großstädten. Seit 1986 lebe ich (mit einem Jahr time-out in Madrid) in Graz und finde es sehr angenehm hier. Übersichtlich, relativ viel Kultur, wenig Stress. Man kann mit dem Rad alle wichtigen Strecken erledigen, meine Kinder wachsen weder als abgebrühte Großstadtmenschen noch als naive Landeier auf. Mein gesamtes berufliches und privates Netzwerk ist hier, ich könnte eigentlich gar nicht mehr weg - und wenn, dann müsste ich wirklich komplett von vorne beginnen. Aber: Ich finde es wichtig, dass man auch zwischendurch was anderes sieht, um die blinden Flecken von Graz zu erkennen. Madrid zum Beispiel ist einfach eine große, arge, wahnsinnig lebendige Stadt. Außerdem möchte ich endlich mal nach Helsinki.


    mygraz: Was ist das beste an Graz?
    Wolfgang Kühnelt: Die Übersichtlichkeit und die grundsätzlich freundlichen kommunikativen Menschen. Schlecht finde ich übrigens die weit verbreitete Spießigkeit, die ganz schön dominant sein kann.


    mygraz: Welcher Ort ist besonders „Dein Graz“?  Wo fühlst Du Dich besonders wohl, wo bist Du gerne in Graz? Bei welchen Orten würdest Du sagen: "Das ist mein Graz!"?
    Wolfgang Kühnelt: Aus alter Verbundenheit: Die Grottenbahn. Da war ich als Kind oft mit meinem Opa und heut geh ich mit meiner Jüngsten immer noch gern hin. Dann Muckis Weinkeller am Franziskanerplatz, auch wenn zuletzt die Küche nicht mehr gut war. Das Kaffee Weitzer. Mein Haus in St. Peter und mein neues Büro in der Färbergasse.


     

    Haubentaucher


    Wolfgang Kühnelt im Netz:

    Pretty Commercial - Kommunikation
    Der Haubentaucher
    Speis und Trank
    Im Gasthaus mit dem Haubentaucher. Der steirische Beisl-Blog.

     

     

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